Ingrid Kastien

 

Künstlerische Entwicklung und Weiterbildung

 

Das Interesse an Kunst und die eigene künstlerische Arbeit haben mich während meines erfüllten familiären und beruflichen Lebens unterschiedlich intensiv begleitet. Im Laufe der Jahre hat beides dann an Fahrt aufgenommen. Ich wollte lernen und mich weiterentwickeln und suchte mir regelmäßige, systematische Begleitung und Weiterbildung:

 

• 1986 Europäische Kunstakademie Trier 

• 1992 - 2003 Malkurse und Studien bei Gisela Kleemann in Bremen

• 2002 - 2008 Malkurse und Studien bei Jette Slangerod in Bremen

• Seit 2007 u.a. HKS Ottersberg, Atelier Villa Lesmona Bremen,

   Kunstgut - Academy of Fine Arts Berlin, Kunstfabrik Hannover

 

Seit 2008 bin ich Mitglied der Künstlergemeinschaft Atelier F. Osterholz-Scharmbeck. Wir sind 10 Künstlerinnen, besprechen regelmäßig unsere Bilder, veranstalten jährlich Offene Ateliers und stellen zusammen aus.

 

 

Meine Malerei und mein Selbstverständnis als Malerin

 

Die Tätigkeit des Malens hat für mich mit Ausdruck und Lebendigkeit zu tun. Ich liebe es ins Atelier zu kommen, alles von mir abfallen zu lassen und gespannt, manchmal mit Staunen, meine zuletzt entstandenen Werke anzuschauen. Malen ist mir ein inneres Bedürfnis. Malen ist Konzentration, Malen ist Glück. Der permanente Wechsel zwischen dem Betrachten meines Bildes und der Weiterarbeit, der Dialog mit meinem Bild, ist zentral für meine Arbeitsweise. Die Freude über das Gelingen, auch euphorische Momente, gehören ebenso dazu, wie Enttäuschungen und Unmut.

 

Ich bevorzuge immer schon die gegenstandslose Malerei. Vielleicht auch, weil die Impulse für meine Bilder oft von innen kommen, ohne konkrete Gestalt. Manchmal haben sie biografische Bezüge oder bilden bestimmte Ereignisse oder Stimmungen ab. Immer wieder fließen auch Erlebnisse von weiten Reisen und Aufenthalten in anderen Kulturen ein. 

 

Meist fange ich mit dem Malen einfach an und folge meiner Intuition, wobei die Wahl des Formats, der Farben und der Materialien natürlich schon eine Richtung weist. Manche Bilder sind schnell fertig, andere brauchen Zeit, werden immer wieder verworfen, übermalt oder grundlegend verändert. Durch die vielen Schichten erhalten sie Tiefe und Gehalt. Typisch für meine Malweise ist ein Wechsel zwischen expressivem, dynamischem Pinselstrich und beruhigtem, gleichmäßigem Auftrag. Dabei benutze ich Pinsel, Spachtel, Pappkanten und nicht selten auch Hände, Ellbogen etc. je nachdem wie es gerade erforderlich oder spontan richtig ist. In den letzten Jahren arbeite ich auch häufig mit Schüttungen auf zuvor gespachtelten Untergründen, meist auf Leinwand. Farblich bin ich nicht festgelegt, freunde mich gerne mit allen Farben und Nuancen an. Jedoch gibt es immer wieder Phasen, in denen eine Farbe den Ton angibt. Da ich eher schnell male, bevorzuge ich Acrylfarben. Bitumen, Beize und Pigmente kommen auch zum Einsatz. Terpentin und Spiritus beeinflussen gezielt den Farbverlauf. 

 

Eigentlich geht es mir beim Malen nur um eins: Freude und Berührtsein.

Schön, wenn sich das auch auf die Betrachterinnen und Betrachter meiner Bilder überträgt.